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Der Pfarrbezirk Demerath

  • Peter und Paul Demerath

    Auf einer Anhöhe zwischen dem Ober- und Unterdorf - also in der Ortsmitte - steht recht repräsentativ und unübersehbar die Kirche St. Peter und Paul. Unmittelbar an der Kirche liegt der Friedhof für die Gemeinden Demerath und Steineberg, also noch ein richtiger "Kirchhof". Es ist schön, dass die Nähe zwischen Kirche und Friedhof die Kirchenbesucher immer wieder auch zu den Gräbern ihrer Verstorbenen führt.

    Die erste Erwähnung einer Kirche in Demerath als Filiale von Wollmerath in Urkunden finden wir im Jahre 1475. Dort wird eine Kapelle zu Ehren des hl. Petrus mit 2 Altären und 2 Kelchen benannt. Später wird erwähnt, dass die Kapelle um 1724 nach Westen vergrößert und der Altar von Osten nach Westen versetzt worden sei. Auf die alte Kapelle weist auch die alte Glocke aus dem Jahre 1474 im Kirchturm in Demerath hin.

    Diese älteste Glocke in der Pfarrkirche stammt ganz eindeutig aus dem Jahre 1474 und ist damit über 500 Jahre alt. Sie hat die Inschrift: MARIA HEISSEN ICH; ALLE BES WEDER VERDRIBEN ICH; CLAUS VON EUREN GOSS MICH MCCCCLXXIIII. Jahreszahl dieser Glocke wird bei verschiedenen Gelegenheiten unterschiedlich angegeben. Diese lautet nach Überprüfung eindeutig M CCCC L XX IIII - also 1474. Die Glocke wiegt nach Angaben der Eifeler Glockengießerei Mark, Brockscheid, vom 16.5.1969 400 kg und hat das Tonbild a`+8.

    1569 wird die Kapelle zu Ehren des hl. Petrus in Demerath wieder mit zwei Altären und zwei Kelchen erwähnt. Erst 1657 wird als Kapellenpatron neben dem hl. Petrus auch der Völkerapostel Paulus genannt. Im Jahre 1803 wird Demerath Pfarrei, dazu gehören zunächst die Filialen Steineberg und Steiningen. Steiningen wird allerdings durch Entscheidung des Bischofs bei einer Firmungs- und Visitationsreise im September 1803 wieder der Pfarrei Mehren zugeordnet. Das Kirchenschiff wird 1827 erweitert sowie der Turm erneuert. 1830 werden drei Altäre erwähnt. Der Hochaltar zu Ehren der Apostelfürsten Petrus und Paulus, einer der Seitenaltäre war 1680 der Muttergottes und der zweite 1869 dem hl. Hubertus geweiht. Besonders wertvoll ist der Figurenschmuck der Kirche. 1830 waren schon die Figuren der 14 Nothelfer vorhanden. Sie sind spätbarock und von sehr guter Arbeit. Restaurator Niespor nennt sie im Zusammenhang mit der Renovierung 1974/75 "stilecht und einmalig schön". Wir finden sie auf den beiden Seitenaltären, die besonders schöne Schmuckstücke der Kirche sind. Ihretwegen gab es bis Mitte des vorigen Jahrhunderts immer mal wieder kleine Wallfahrten aus Nachbardörfern zu den Vierzehn Nothelfern in Demerath. Aber es sind nicht nur die 14 Nothelfer, denn auf jedem Seitenaltar gibt es neben sieben kleinen Nothelferfigürchen noch eine Hauptfigur und zwei Nebenfiguren.

    Der Zweite Weltkrieg forderte - wie auch der Erste Weltkrieg - wieder seinen Tribut vom Geläut im Demerather Glockenturm. Es mussten drei Glocken für die Rüstungsindustrie abgegeben werden. Aber die alte Glocke von 1474 blieb erhalten. Erst im Jahre 1951 wurden wieder zwei neue Glocken aus Gussstahl beschafft. Das Tonbild dieser beiden neuen Glocken wurde auf den Ton der alten Glocke abgestimmt. Die größere der beiden Glocken wiegt 940 kg; sie trägt die Inschrift: "O REX GLORIAE + CHRISTE + VENI CUM PACE - SANCTE PETRE ET SANCTE PAULE ORATE PRO NOBIS". Die kleinere der beiden Glocken wiegt 520 kg. Sie trägt die Inschrift: "HEILIGE VIERZEHN NOTHELFER HEISSE ICH - HELFT AUS DER NOT UND GEBT SELIGEN TOD".

    Von dem Inventar ist insbesondere die kupfervergoldete Monstranz 71 cm hoch, das Oberteil spätgotisch, der Fuß 18. Jahrhundert zu erwähnen. Erwähnenswert ist auch die kleine Statue der schmerzhaften Muttergottes, die rechter Hand im Chorraum ihren Platz hat. Diese Pieta ist ein originelles Schnitzwerk im Bauernbarock. Im Mittelschiff sehen wir die Figuren der Apostelfürsten Petrus und Paulus, links Petrus, der Bodenständige mit der Schlüsselgewalt, rechts Paulus, der streitbare Intellektuelle. Der Hauptaltar ist bei der letzten großen Renovierung der Kirche in den Jahren 1974/75 farblich neu gestaltet worden. Früher waren die grauen Flächen oben links und rechts mit zwei Szenen aus dem Leben der beiden Patrone ausgemalt: Die Rettung des wegen Kleingläubigkeit im Wasser versinkenden Petrus und die Bekehrung des ungläubigen Paulus vor Damaskus. Warum diese Szenen entfernt wurden, ist nicht bekannt.

    Im Hauptaltar befindet sich ein sehr großer Dreh-Tabernakel, der schon manchen hier erstmals zelebrierenden geistlichen Herren mit seiner Technik verblüffte. 1973 befasste sich der Kirchenvorstand mit dem Um- und Erweiterungsbau der Pfarrkirche Demerath. Die Arbeiten wurden 1974 begonnen und 1975 abgeschlossen. Von den Gesamtkosten von 510.000 DM steuerte das Bistum 361.400,00 DM bei und der Rest von rd. 149.000 DM wurde von der Pfarrei Demerath aufgebracht. Mit dem Um- und Erweiterungsbau erhielt das Kirchenschiff die Form eines Kreuzes, unter dem straßenseitigen Seitenarm wurde ein Versammlungsraum mit separaten Toiletten errichtet. An den Seitenarm auf der Friedhofsseite wurde eine neue Sakristei ebenfalls mit Toilette angebaut, in deren Untergeschoss sich der Heizungskeller befindet. Im Jahre 1975 wurde nach der Erweiterung der Pfarrkirche um zwei kleinere Seitenschiffe, so dass die Kirche nun die Form eines Kreuzes hat, eine vierte Glocke durch den damaligen Pastor Herman-Josef Hellinghausen gestiftet. Sie trägt die Inschrift: "HEILGER HERMANN JOSEF - BITTE FÜR UNS. EIFELER GLOCKENGIESSEREI JOHANNES MARK U. SOHN 1975." Mit dieser Glocke war das ursprüngliche Geläut von 4 Glocken wieder vollständig.

  • St. Franziskus Steineberg

    Unmittelbar an der Hauptstrasse in der Ortsmitte steht die St. Franziskuskapelle, die rein äußerlich einen eher bescheidenen Eindruck macht. Einen richtigen "Kirchplatz" gibt es nicht, dazu fehlt das Gelände. Trotzdem ist sie mit einigen schönen Laubbäumen gegenüber der Straße abgegrenzt. Trotzdem ist die Kapelle der Stolz des Dorfes. Das hat nicht zuletzt die Spendenfreudigkeit bei der Innenrenovierung im Jahre 2007 gezeigt. Bei diesen Arbeiten wurde der Innenanstrich erneuert, neue Kirchenbänke fanden ihren Platz in der Kapelle und der Altar wurde künstlerisch wertvoll renoviert.

    Das Kircheninnere macht einen sehr geschmackvollen Eindruck und lädt zum Betrachten, zur Besinnung und zum Gebet ein. Die heutige Kapelle ist bereits der zweite Kirchenbau. Es ist nicht zu klären, wann die erste Kapelle in Steineberg gebaut wurde. Es muss vor 1750 gewesen sein, denn für dieses Jahr ist sie urkundlich nachgewiesen. Sie stand wohl an gleicher Stelle wie die heutige Kapelle, war aber viel kleiner und stand etwas tiefer als der angrenzende Dorfweg. Insbesondere durch das Eindringen von Wasser war sie nach über 100 Jahren einsturzgefährdet und wurde 1861 für baufällig erklärt. Franziskuskapelle SteinebergPastor Hack trat 1869 seine Stelle in Demerath an und versuchte bald, einen Neubau der Kapelle in Steineberg zu erreichen. Die Finanzierung zeigte sich als äußerst schwierig. Am 03.Aug.1884 konnte schließlich der Grundstein für den Neubau der Kapelle gelegt werden. Diese wurde dann am 01.04.1886, die schließlich 5450 Mark gekostet hat, vom Dauner Dechant, Wilhelm Hörsch, zur Ehre des hl. Franz von Assisi und der hl. Edeltrudis als zweite Kirchenpatronin eingeweiht. Der Säulenaltar aus der alten Kapelle wurde übernommen. 1886 wurden die Kreuzwegstationen eingesegnet und die Statue des Steineberger Schutzpatrons, des hl. Franziskus, von C. Walter, Trier, für 60 Mark angeschafft.